Serge und ich haben unseren Trip durch
Vietnam spontan Mitte Dezember beschlossen und ungefähr geplant.
Kurz vor Weihnachten dann das Visum
beantragt welches wir noch vor Silvester abgeholt haben.
Unser Flieger hob am 7. Januar morgens
um 8.20Uhr ab. Aber wir hatten noch das Problem dass wir unsere Zimmer komplett
ausräumen mussten und auschecken mussten. So wurde es also eine schlaflose
Nacht mit viel Stress. Nachdem alles bei Komilitonen in der Wohnung verstaut
war konnte es also losgehen. Fehlte leider nur noch der schwarze Taxifahrer mit
dem wir 6 Uhr ausgemacht haben und der bis 6.15 Uhr kein Zeichen von sich gab.
Nach der Chinesischen Pünktlichkeit kam er dann um 6.25 Uhr an und es ging in einem
Affentempo mit Sirene, Blaulicht und viel Hupe an den Hongqiao Airport.
Mit dem Flieger ging es dann nach
Nanning welches noch in China liegt. Dies haben wir gemacht weil der
Inlandsflug 150 Euro billiger war als der Direktflug nach Hanoi, was für uns
Studenten natürlich eine Menge Geld ist.
In Nanning angekommen mussten wir in der
total überfüllten Ticketschalterhalle erst mal ein Ticket ergattern. Unsere
Gedanken waren schon bei zwei bis drei Nächte in Nanning gestrandet da auf den
Anzeigetafeln überall die Nullen für verfügbare Tickets standen.
Doch die Schalterfrau erlöste uns
schnell mit der ansage dass es noch Tickets am gleichen Tag gibt welches auch
unser Plan war. Das Ticket war sogar auf Deutsch, Russisch und Chinesisch
ausgestellt was uns im totalitären China sehr wunderte. Also konnte das
Abenteuer ungehindert weitergehen. Den 5 Stunden Aufenthalt haben wir dann mit
Essen und dem Kauf von Essensrationen verbracht.
Der Zug von Nanning nach Hanoi war alles
andere als erholsam obwohl wir ein 4er Soft Sleeper Abteil komplett für uns
alleine hatten. Dies kam vorallem dadurch dass wir die ganze Zeit gestört
wurden von den Schaffnern die das Ticket sehen wollten, dann den Reisepass und
uns dann rausgeschmissen haben zur Grenzkontrolle. Die Grenzkontrolle ist auch
etwas komisch. Erst reist man aus China aus, und das komplette Gepäck wird
gescannt und man wird auf Krankheiten geprüft und die Zöllner sind hier sehr
sehr genau und penibel. Dann steigt man wieder in den Zug ein fährt eine Stunde
weiter und hält an der Vietnamesischen Grenze an welche sehr locker ist weil
die wahrscheinlich auf die Gründlichkeit der Chinesen vertrauen. Hier musste
man nur den Pass abgeben, bekam einen Stempel hinein und dann wurden die Pässe
wieder verteilt. Wobei sich die Chinesen über die Aussprache ihrer Namen des
vietnamesischen Zöllners sehr amüsierten.
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| Die Zuggleise mitten durch die Stadt |
In Hanoi angekommen wusste wir erst mal
nicht wo wir sind und wie uns geschieht. Wir sind an einem kleinen Randbahnhof
im Osten von Hanoi angekommen welcher erst mal 8km vom Zentrum entfernt ist und
nichts bietet außer eben ein Gleis und einen Bahnsteig. Natürlich warteten hier
schon die ganzen Taxifahrer um die Leute abzuziehen die sowieso keine Ahnung
hatte wo sie sind und wo sie hinwollen. Aber wir konnten deren Dienste
leider nicht in Anspruch nehmen da wir kein Geld hatten mit denen wir sie
bezahlen konnten. Also sind wir erst mal losgelaufen in die Richtung die wir
dachten. Zum Glück kam dann nach 1,5km Fußmarsch auch ein ATM an dem wir uns erst
mal mit ein paar Millionen Dong eindeckten. Also sind wir als frisch gebackene
Millionäre aus der Bank gelaufen und haben uns erst mal das nächstbeste Taxi
geholt welches uns dann für einen überteuerten Preis zu unserem Hotel brachte
in dem wir erst mal den Rezeptionist aufwecken mussten aber welcher uns dann
freundlicherweise ein Zimmer zum schlafen gab. Es war 5.30 Uhr morgens.
Frisch erholt starten wir gegen Mittag
unsere Erkundungstour durch Hanoi. Die ersten Eindrücke waren krass. Viel
schneller und lauter als die bisher bekannten chinesischen Städte welche auch
nicht gerade klein und leise sind. Zum Glück hatten wir uns gleich chinesische
Sim Karten geholt und für Serge sein I-Phone das Internet aktiviert so dass wir
hier eine optimale Orientierung hatten.
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| Long Bien Bridge |
Unser Spaziergang ging dann kreuz und
quer durch Hanoi wo wir die ganzen Sehenswürdigkeiten wie den Tempel der
Literatur, das Hoh Chi Minh Mausoleum und die Tran Quoc Pagode besuchten. Beim
Mittagessen wurden wir natürlich das erste mal gleich abgezockt. Ein freundlicher
Restaurantbesitzer hat gemeint kommt zu meinem Restaurant, was wir dann auch
taten. Es gab keine Speisekarte sondern die Gerichte standen einfach nur an die
Wand geschrieben, ohne Preise. Wir einfach irgendetwas bestellt und gedacht
dass wir hier ja in Vietnam sind und die Preise nicht so hoch sein dürften.
Naja nachdem wir fertig waren und bezahlen wollten kam er uns dann mit einer
Rechnung von 200.000 Dong was ungefähr 8 Euro entspricht für ein stinknormales
Nudelgericht ohne Fleisch ( dies bekommt man normal für 35-50.000 Dong
maximal). Nach einigem Rumgerede hat ist Serge dann eingeknickt und hat
bezahlt. Daraus haben wir nun unsere Lehren gezogen und fragen immer vor dem
Essen nach dem Preis. Gegen Abend wollten wir in das Wasserpuppentheater
welches eine spezielle Kunst in Vietnam darstellt. Leider ist das Theater sehr
beliebt und die Tickets rasch ausverkauft, so dass wir gleich auf den nächsten
Tag verwiesen wurden. Mit den Tickets für den nächsten Tag in der Tasche
schlenderten wir über den glitzernden Nachtmarkt von Hanoi. Doch viele Händler
wollten hier nicht so handeln wie wir es von den chinesischen Märkten gewohnt
waren so gingen wir nur mit einem T-Shirt und einer I-Phone Schutzhülle, welche
daheim wieder in der Mülltonne landete, nach Hause.
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| Verkehr |
Am 2. Tag wollten wir unbedingt die Long
Bien Bridge anschauen welche im Krieg als wichtige Versorgungsstrecke von Osten
aus diente. Diese Brücke ist sehr beeindruckend, vorallem da sie nur noch
für Motorräder frei befahrbar ist und für Passanten und Autos eigentlich
gesperrt ist. Wenn man auf der Brücke steht spürt man die Vibrationen der
anrollenden Motorräder und man denkt man ist auf einer Hängebrücke. Die ist
eben auch schon etwas in die Jahre gekommen.
Nach den überwältigen Eindrücken der Baukunst
sind wir dann in das Wasserpuppentheater um uns dort der ansässigen
Schauspielkunst zu überzeugen. Dies ist eine sehr alte Kunst welche auf den
Reisfeldern entstanden ist und durch die Töne und Klänge fasziniert. Noch von
dem Theater fasziniert haben wir unsere weitere Reise geplant und sind hierbei
im Bodega Hostel hängen geblieben in welchem wir für den nächsten Tag einen
Bootstrip zur Halong Bay gebucht haben und unsere weiterfahrt ins südlicher
gelegene Hue mit dem Zug.
Halong
Bay
Nach einem guten Frühstück konnte der
Trip mit einer 3 stündigen Busfahrt beginnen. Hier galt wieder unser
altbekanntes Motto: "Busse töten". Die vietnamesischen Busfahrer
fahren teilweise noch schlimmer als ihre chinesischen Kumpanen. Aber dazu
später mehr...
Auf dem Boot angekommen bekamen wir erst
mal ein gutes Mittagessen mit Fisch und Reis und allem was dazugehört. Zum
Glück war unsere Gruppe sehr klein so dass man sich auf dem Boot ungehindert
ausbreiten konnte. Das Wetter hatten wir nicht perfekt erwischt da es etwas
diesig war, aber man konnte dennoch relativ weit blicken und ein paar schöne
Eindrücke von dem Gebiet ergattern.
Als wir an einem Wasserdorf angelegt
hatten haben Serge und ich uns ein Kajak gemietet um das Gebiet auf eigene
Faust zu erkunden. Hier konnten wir ein paar schöne Orte finden an dem
dann auch keine Touristen zu finden waren.
Wieder auf dem großen Boot zurück
schipperten wir an eine schöne Grotte, welche mit vielen Wegen durchschlungen
war. Leider auch wieder sehr stark auf den Tourismus ausgelegt wie häufig bei
solchen Touren. Dies läutete auch schon das Ende unserer Tour ein, denn danach
ging es wieder Richtung Hafen und dann mit dem Bus ins schöne Hanoi.
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