Dienstag, 10. Januar 2012

VIETNAM - Hanoi / Halong Bay



Serge und ich haben unseren Trip durch Vietnam spontan Mitte Dezember beschlossen und ungefähr geplant.
Kurz vor Weihnachten dann das Visum beantragt welches wir noch vor Silvester abgeholt haben.

Unser Flieger hob am 7. Januar morgens um 8.20Uhr ab. Aber wir hatten noch das Problem dass wir unsere Zimmer komplett ausräumen mussten und auschecken mussten. So wurde es also eine schlaflose Nacht mit viel Stress. Nachdem alles bei Komilitonen in der Wohnung verstaut war konnte es also losgehen. Fehlte leider nur noch der schwarze Taxifahrer mit dem wir 6 Uhr ausgemacht haben und der bis 6.15 Uhr kein Zeichen von sich gab. Nach der Chinesischen Pünktlichkeit kam er dann um 6.25 Uhr an und es ging in einem Affentempo mit Sirene, Blaulicht und viel Hupe an den Hongqiao Airport.

Mit dem Flieger ging es dann nach Nanning welches noch in China liegt. Dies haben wir gemacht weil der Inlandsflug 150 Euro billiger war als der Direktflug nach Hanoi, was für uns Studenten natürlich eine Menge Geld ist.
In Nanning angekommen mussten wir in der total überfüllten Ticketschalterhalle erst mal ein Ticket ergattern. Unsere Gedanken waren schon bei zwei bis drei Nächte in Nanning gestrandet da auf den Anzeigetafeln überall die Nullen für verfügbare Tickets standen.
Doch die Schalterfrau erlöste uns schnell mit der ansage dass es noch Tickets am gleichen Tag gibt welches auch unser Plan war. Das Ticket war sogar auf Deutsch, Russisch und Chinesisch ausgestellt was uns im totalitären China sehr wunderte. Also konnte das Abenteuer ungehindert weitergehen. Den 5 Stunden Aufenthalt haben wir dann mit Essen und dem Kauf von Essensrationen verbracht.

Der Zug von Nanning nach Hanoi war alles andere als erholsam obwohl wir ein 4er Soft Sleeper Abteil komplett für uns alleine hatten. Dies kam vorallem dadurch dass wir die ganze Zeit gestört wurden von den Schaffnern die das Ticket sehen wollten, dann den Reisepass und uns dann rausgeschmissen haben zur Grenzkontrolle. Die Grenzkontrolle ist auch etwas komisch. Erst reist man aus China aus, und das komplette Gepäck wird gescannt und man wird auf Krankheiten geprüft und die Zöllner sind hier sehr sehr genau und penibel. Dann steigt man wieder in den Zug ein fährt eine Stunde weiter und hält an der Vietnamesischen Grenze an welche sehr locker ist weil die wahrscheinlich auf die Gründlichkeit der Chinesen vertrauen. Hier musste man nur den Pass abgeben, bekam einen Stempel hinein und dann wurden die Pässe wieder verteilt. Wobei sich die Chinesen über die Aussprache ihrer Namen des vietnamesischen Zöllners sehr amüsierten.













Hanoi

Die Zuggleise mitten durch die Stadt
In Hanoi angekommen wusste wir erst mal nicht wo wir sind und wie uns geschieht. Wir sind an einem kleinen Randbahnhof im Osten von Hanoi angekommen welcher erst mal 8km vom Zentrum entfernt ist und nichts bietet außer eben ein Gleis und einen Bahnsteig. Natürlich warteten hier schon die ganzen Taxifahrer um die Leute abzuziehen die sowieso keine Ahnung hatte wo sie sind und wo sie hinwollen.  Aber wir konnten deren Dienste leider nicht in Anspruch nehmen da wir kein Geld hatten mit denen wir sie bezahlen konnten. Also sind wir erst mal losgelaufen in die Richtung die wir dachten. Zum Glück kam dann nach 1,5km Fußmarsch auch ein ATM an dem wir uns erst mal mit ein paar Millionen Dong eindeckten. Also sind wir als frisch gebackene Millionäre aus der Bank gelaufen und haben uns erst mal das nächstbeste Taxi geholt welches uns dann für einen überteuerten Preis zu unserem Hotel brachte in dem wir erst mal den Rezeptionist aufwecken mussten aber welcher uns dann freundlicherweise ein Zimmer zum schlafen gab. Es war 5.30 Uhr morgens.
Rollerwerkstatt


Powermixer








Rollerwäsche
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Unterschiede Reich- Arm








Vorbereitungen auf das Vietnamesische Neujahr TET













Hoan Kien Lake




Ho Chi Minh Mausoleum


Wasserpuppentheater








Marktfrauen
Essensstraße

Frisch erholt starten wir gegen Mittag unsere Erkundungstour durch Hanoi. Die ersten Eindrücke waren krass. Viel schneller und lauter als die bisher bekannten chinesischen Städte welche auch nicht gerade klein und leise sind. Zum Glück hatten wir uns gleich chinesische Sim Karten geholt und für Serge sein I-Phone das Internet aktiviert so dass wir hier eine optimale Orientierung hatten.
Long Bien Bridge
Unser Spaziergang ging dann kreuz und quer durch Hanoi wo wir die ganzen Sehenswürdigkeiten wie den Tempel der Literatur, das Hoh Chi Minh Mausoleum und die Tran Quoc Pagode besuchten. Beim Mittagessen wurden wir natürlich das erste mal gleich abgezockt. Ein freundlicher Restaurantbesitzer hat gemeint kommt zu meinem Restaurant, was wir dann auch taten. Es gab keine Speisekarte sondern die Gerichte standen einfach nur an die Wand geschrieben, ohne Preise. Wir einfach irgendetwas bestellt und gedacht dass wir hier ja in Vietnam sind und die Preise nicht so hoch sein dürften. Naja nachdem wir fertig waren und bezahlen wollten kam er uns dann mit einer Rechnung von 200.000 Dong was ungefähr 8 Euro entspricht für ein stinknormales Nudelgericht ohne Fleisch ( dies bekommt man normal für 35-50.000 Dong maximal). Nach einigem Rumgerede hat ist Serge dann eingeknickt und hat bezahlt. Daraus haben wir nun unsere Lehren gezogen und fragen immer vor dem Essen nach dem Preis. Gegen Abend wollten wir in das Wasserpuppentheater welches eine spezielle Kunst in Vietnam darstellt. Leider ist das Theater sehr beliebt und die Tickets rasch ausverkauft, so dass wir gleich auf den nächsten Tag verwiesen wurden. Mit den Tickets für den nächsten Tag in der Tasche schlenderten wir über den glitzernden Nachtmarkt von Hanoi. Doch viele Händler wollten hier nicht so handeln wie wir es von den chinesischen Märkten gewohnt waren so gingen wir nur mit einem T-Shirt und einer I-Phone Schutzhülle, welche daheim wieder in der Mülltonne landete, nach Hause.
Verkehr
Am 2. Tag wollten wir unbedingt die Long Bien Bridge anschauen welche im Krieg als wichtige Versorgungsstrecke von Osten aus diente.  Diese Brücke ist sehr beeindruckend, vorallem da sie nur noch für Motorräder frei befahrbar ist und für Passanten und Autos eigentlich gesperrt ist. Wenn man auf der Brücke steht spürt man die Vibrationen der anrollenden Motorräder und man denkt man ist auf einer Hängebrücke. Die ist eben auch schon etwas in die Jahre gekommen.

Nach den überwältigen Eindrücken der Baukunst sind wir dann in das Wasserpuppentheater um uns dort der ansässigen Schauspielkunst zu überzeugen. Dies ist eine sehr alte Kunst welche auf den Reisfeldern entstanden ist und durch die Töne und Klänge fasziniert. Noch von dem Theater fasziniert haben wir unsere weitere Reise geplant und sind hierbei im Bodega Hostel hängen geblieben in welchem wir für den nächsten Tag einen Bootstrip zur Halong Bay gebucht haben und unsere weiterfahrt ins südlicher gelegene Hue mit dem Zug.

Halong Bay
Nach einem guten Frühstück konnte der Trip mit einer 3 stündigen Busfahrt beginnen. Hier galt wieder unser altbekanntes Motto: "Busse töten". Die vietnamesischen Busfahrer fahren teilweise noch schlimmer als ihre chinesischen Kumpanen. Aber dazu später mehr...
Auf dem Boot angekommen bekamen wir erst mal ein gutes Mittagessen mit Fisch und Reis und allem was dazugehört. Zum Glück war unsere Gruppe sehr klein so dass man sich auf dem Boot ungehindert ausbreiten konnte. Das Wetter hatten wir nicht perfekt erwischt da es etwas diesig war, aber man konnte dennoch relativ weit blicken und ein paar schöne Eindrücke von dem Gebiet ergattern.
Als wir an einem Wasserdorf angelegt hatten haben Serge und ich uns ein Kajak gemietet um das Gebiet auf eigene Faust zu erkunden.  Hier konnten wir ein paar schöne Orte finden an dem dann auch keine Touristen zu finden waren.
Wieder auf dem großen Boot zurück schipperten wir an eine schöne Grotte, welche mit vielen Wegen durchschlungen war. Leider auch wieder sehr stark auf den Tourismus ausgelegt wie häufig bei solchen Touren. Dies läutete auch schon das Ende unserer Tour ein, denn danach ging es wieder Richtung Hafen und dann mit dem Bus ins schöne Hanoi.
Wieder zurück im Hostel durften wir dort noch eine erfrischende Dusche nehmen und nach dem Abendessen ging es dann mit dem Nachtzug ab nach Hue. Hier hatten wir leider nur eine 6er Abteil Hard Sleeper, aber mal wieder das Glück dass wir ein Abteil ganz alleine für uns hatten und uns somit ausbreiten konnten wie wir wollten. Hard Sleeper meint wirklich hart. Hier hat man nur ein Brett und eine 0,5cm dicke Matratze die sowieso durchgelegen ist. Aber es war eine angenehmere Reise da wir weniger gestört wurden als bei der letzten Zugfahrt.







 
 


 

 


 

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