Mittwoch, 28. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten aus dem fernen Shanghai



Ich war noch nie so NICHT in Weihnachtsstimmung wie hier. Das einzige das hier weihnachtet ist der Weihnachtsbaum bei uns an der Rezeption vom Hotel.
Und da ich vom 26 - 29.12 Prüfungen habe wird sowieso die meiste Zeit in der Bibliothek verbracht. In dem einen Einkaufsladen gibt es zum Glück Kekse die so ähnlich sind wie Vanillkipferl und so hab ich wenigstens einen kleinen Ersatz fürs Weihnachtsgebäck.

Feiertage gibt es hier über Weihnachten natürlich keine L. So sind das hier für alle Chinesen ganz normale Tage, wie jeder andere im Jahr.







Wir waren gestern an Heiligabend zusammen mit Freunden schön Essen im Latina. Dort gab es ein Weihnachtsbuffet und All-u-can-eat Angebot für 255RMB ungefähr 28 Euro. Das war noch eines der günstigeren Angebote. Die meisten Restaurants haben für den Heiligenabend die Preise so extrem angezogen dass Preissteigerungen von bis zu 500% drin waren. Dort gab es Weihnachtsmenüs für über 2500 RMB was uns als arme Studenten dann definitiv zu teuer war. Aber das ausgesuchte Restaurant war super. Ständig sind Bedienungen mit Fleischspießen herumgelaufen so dass ich nur 2 mal gesamt am Buffet war. Für den Salat am Anfang und für den Nachtisch. Von Truthahn über Lamm bis zum Schwein gab es jedes erdenkliche Fleisch so dass wir mit übervollen Bäuchen dort rausgelaufen sind.
Danach war die Frage wo es noch hingeht. Und hier trafen wir wieder auf das Geldproblem. In den meisten Clubs in denen man eigentlich keinen Eintritt bezahlt hat man plötzlich 200RMB Eintritt bezahlen müssen was total unüblich ist.
So hat uns die Nacht nicht lange gefangen gehalten und wir sind nach dem Essen noch kurz etwas trinken gegangen aber auch schon wieder um 1 Uhr zu Hause gewesen.

Alles in allem ist der Dezember nicht besonders spektakulär gewesen. Viel Studiums stress und wenig Urlaub und Erholung. Die Bachelorarbeitsstelle ist nun noch nicht 100%ig sicher  aber das wird nun in den kommenden Tagen hoffentlich alles auf die richtigen Wege geleitet. Was ich viel gemacht habe im Dezember waren hier auf dem Campus die verschiedenen Shows der unterschiedlichen Fakultäten anzuschauen. Richtig super Shows. Hier gabs alles. Vom Band Contest über ein Dance Battle bis hin zu Theateraufführungen ( welche ich früher verlassen habe weil ich nur Bahnhof verstanden hab). Die Jungs und Mädels geben sich da richtig Mühe und es macht richtig Spaß die Shows anzuschauen.

Urlaub: Nachdem andere bei uns über Weihnachten schon nach Hainan zum Strandurlaub geflogen sind wollte ich mir das für die freie Zeit nach den Prüfungen aufheben.
So muss ich nun im neuen Jahr in der ersten Woche ein Projekt fertig stellen und dann geht es los.

Es ist geplant ab 7. Januar für 4 Wochen ab nach Vietnam, Kambodscha und Thailand. Hier bin ich wieder mit Serge unterwegs mit dem ich auch schon die Golden Week im Oktober verbracht habe.
Bisher ist nur der Hinflug gebucht und das Hotel für eine Nacht. Alles andere lassen wir uns überraschen. Wir machen es sowieso wieder kompliziert. Wir fliegen nach Nanning welches noch in China liegt und 150 km von der vietnamesischen Grenze entfernt ist. Von hier wird der Abendzug gechartert (hoffentlich diesmal mit Soft Sleeper) welcher 11,5 Stunden fährt und am nächsten Morgen in Hanoi ankommt.  Hier sind erst mal ein paar Tage in der Hauptstadt geplant und von dort dann irgendwie weiter Richtung Süden. Wenn wir dann Vietnam im Süden erreicht haben geht’s weiter Richtung Kambodscha wo wir erst mal 3-4 Tage Strandurlaub machen wollen. Und anschließend wieder weiter ins Großstadtleben in Bangkok bevor es dann wieder nach Shanghai geht.

Ich wünsche euch allen noch frohe und besinnliche Tage und natürlich auch einen guten Rutsch ins „kalendarische“ neue Jahr.

Mittwoch, 30. November 2011

Yellow Mountains


Ein Wochenendtrip mit Maria, Jörn und Andi ins 5 Stunden entfernte Huangshan stand dieses Wochenende an. Gebucht haben wir die Busfahrt über Taubau(das chinesische eBay) und das Hotel direkt über eLong.
Die Abfahrt war auf 6:30 am People Square angesetzt. Es ist gar nicht so leicht auf diesem riesigen Platz wo tausende Busse stehen den richtigen zu finden. Aber durch unsere Erfahrung haben wir das auch geschafft. Nach 6h elendslanger Busfahrt endlich in Huangshan-Tankou angekommen. Dort ist die Yellow Mountains Scenic Area, die natürlich 150 RMB Eintritt kostet. Hier ist nichts umsonst.
Dann ging es los an das Treppensteigen. Uns kam es so vor als wären wir die Einzigen die den Berg hochlaufen. Uns kamen hunderte Chinesen entgegen die uns alle freundlich mit „Hello“ begrüßten. Nach gefühlten 10 000 Stufen haben wir dann die Höhe der Seilbahn erreicht auf der auch ungefähr unser Hotel ist. Auf dem weg kamen uns noch sehr viele Lastenträger entgegen oder sie überholten uns trotz ihrer Last. Als einer Pause gemacht hat haben wir versucht seine Last zu heben. Keine Chance. Und die laufen damit noch diese vielen Stufen auf und ab. Hierfür meinen allergrößten Respekt. Dies sollte man mal den ganzen U-Bahn Schlägern androhen. Die hätten da nichts mehr zu lachen.
Oben zu 4. Unser 2er Zimmer bezogen und dann nur noch geduscht gegessen und geschlafen. Bis bei mir die Spuckerei anfing. Irgendetwas hat meinen Magen wohl sehr durcheinander gebracht was mich dann die ganze Nacht über der Kloschüssel gefangen hielt.
Am nächsten Morgen sind die Anderen dann aufgestanden um den Sonnenaufgang noch mitzuerleben, welcher aber durch den dichten Nebel verwehrt blieb. Ich bin bis 11Uhr im Bett liegen geblieben um mich aus zu kurieren. Die anderen sind in der Zeit gewandert und haben noch die schöne Landschaft genossen. Mit ihnen hab ich dann ausgemacht dass wir uns auf dem Bright Top Peak treffen welcher von mir aus 2,5km, und wieder gefühlte 5000 Stufen, entfernt war. Durch meinen Gesundheitszustand war das ganze eine ziemliche Herausforderung denn mir ging es nicht so gut wie nach dem Aufstehen gedacht. Trotzdem waren die Ausblicke teilweise überwältigend. Tolle Landschaft und ein schönes Spiel mit Wolken und Sonne.
Oben am Gipfel dann die Anderen getroffen und dann ging es unter Zeitdruck gleich weiter, denn in der Zwischenzeit hat mich eine SMS in komplett chinesischen Zeichen erreicht in der stand das unser Bus um 14:30 in Tankou losfährt und nicht wartet. Zum Glück ist dort gerade ein jüngeres Pärchen gestanden dass perfekt Englisch konnte und auch chinesisch welche uns dann als Übersetzer dienten. Also uns schnellstmöglich wieder zurück zur Seilbahn aufgemacht, denn für das runter laufen hätte die Zeit wahrscheinlich nichtmehr gereicht.
Perfekt um 14:20Uhr unten in Tankou gewesen und nach dem Nummernschild dass in der SMS stand den kompletten Parkplatz abgesucht. Nachdem wir hier nicht fündig geworden sind haben wir die Nummer angerufen. Die Dame gegenüber konnte natürlich nur chinesisch was sich wieder mal als Problem herausstellte. Also der nächstbesten das Handy in die Handgedrückt und die mit Ihr sprechen lassen. Diese Methode funktioniert erstaunlich gut. Die konnte dann zwar auch kein Englisch aber konnte uns mit Händen und Füßen mitteilen dass wir einfach stehenbleiben sollten und irgendjemand kommen wird um uns abzuholen. Die Dame kam dann auch und führte uns zu unserem Bus vor dem wir davor schon standen und die Autonummer natürlich eine komplett andere war als in der SMS beschrieben.
Nach 6 stündiger Rückfahrt welche viel schlimmer wirkte als die Hinfahrt waren wir endlich wieder in Shanghai.
Insgesamt ein wunderschöner Wochenendtrip für umgerechnet nur 80Euro.


























Montag, 24. Oktober 2011

Hangzhou, Paradies auf Erden


Ein langweiliges Shanghai Wochenende stand uns mal wieder bevor. Deshalb wollten wir etwas unternehmen solange es noch so schön warm ist. Also kamen wir donnerstags auf die Idee einfach ins 100km südlich von Shanghai gelegene Hangzhou zu fahren. Die angeblich schönste Stadt Chinas wie es von vielen hier heißt.
Also Hostel gebucht für eine Nacht und Samstagmorgen dann spontan an die Hongiao-Railway-Station. Da wir nun keine Ferienzeit war hatten bekamen wir ohne Probleme Tickets für den nächsten Schnellzug der 30 Minuten später ging und auch gleich für die Rückfahrt am Sonntag. Hier kann sich die deutsche Bahn mal eine Scheibe abschneiden. Pünktlich auf die Sekunde und jeder hat einen reservierten Sitzplatz, und das alles für umgerechnet ca 10€.
In Hangzhou angekommen sind wir erst mal an den 1,5km entfernten, mitten in der Stadt liegenden Westlake gelaufen. Von der Uferpromenade hat man einen wunderbaren Ausblick auf die wunderschönen Teeberge und auf die Insel.
Man sieht viele kleine Gondeln, aber auch größere Boote auf dem See fahren. Vom Fischerboot bis zur Luxusyacht. Hangzhou ist auch ein beliebter Ort zum Heiraten und um dort traumhafte Bilder zu schießen. Wir haben an diesem Tag sicher vier bis fünf Hochzeitspaare gesehen.
Nach dem Mittagessen sind wir dann mit einer Fähre auf die dortige Insel gefahren welche nochmals mehrere Seen beinhaltet. Herrlich zum entspannen da sich hier immer ein ruhiges Plätzchen findet. Wieder an Land sind wir erfolgreich mit dem Bus zum Hostel gefahren um dort unser Gepäck abzulegen und Fahrräder auszuleihen. Mit den Fahrrädern dann erst mal los und total verfahren weil wir dachten es gibt noch mehr Straßen wie auf den Karten eingezeichnet, dies war leider nicht so. Nach kleinen Umwegen haben wir unser Ziel die Hefang Jie eine autofreie Einkaufstraße mit vielen weiteren Angeboten erreicht und sind dort entlang gepilgert.
Gestärkt sind wir anschließen auf die verschiedenen Hügel mit ihren Pagoden geradelt welche eine herrliche Aussicht über die Stadt bieten.
Beim runterfahren wurden unsere Bremsen hier so sehr beansprucht dass meine doch glatt ausfiel und ich fast gegen ein Auto gefahren wäre, aber zum Glück ging es danach nur noch bergauf. Eigentlich wollten wir noch das Nachtleben erkunden aber nach einer Minute auf dem Bett liegen sind wir beide eingeschlafen und nachts um halb zwei aufgewacht und dann wollte keiner mehr weg.
Dies erwies sich als gute Entscheidung, denn so konnten wir am nächsten Morgen gleich wieder um 9 Uhr aufbrechen und erst mal zum französischen Bäcker zum Frühstück gehen. Unglaublich wie viel Müll man nur mit einem kleinen Frühstück produzieren kann(s. Bild).
Beim Blick auf die Karte war am Sonntag die nördliche Seite des unser Augenmerk. Hier fuhren wir über den Bai-Damm auf die Insel Gushan. Hier ist auch ein Park angelegt und alles sehr schön im Spiel mit dem Wasser. Da leider an diesem Sonntag irgendeine besondere Ausstellung in Hangzhou war tummelten sich überall Menschenmassen.
Diese Ansammlungen wollten wir meiden und fuhren dann weiter Richtung Yue-Fei Tempel und zum Tempelkloster Lingyin Si. Aber hier bot sich uns überall das gleiche Bild, weshalb wir uns entschieden in die Teeberge zu fahren. Mit unseren Fahrrädern ohne Gangschaltung war dies eine ziemliche Herausforderung da es doch relativ steil bergauf ging. Doch die Anstrengung lohnte sich. Wir kamen hier an sehr entlegene Orte und hatten trotzdem jede Menge schönes zu Sehen. Und natürlich wurde uns überall der dort angebaute Tee angeboten welcher super duftete.
Da unser Zug um 17 Uhr schon ging dachten wir dass 2 Stunden zum Bahnhof wohl reichen müssten in einer „Kleinstadt“. Nach diversen Busdesastern mit falscher Richtung und Stau hat es natürlich nicht gereicht und wir kamen 15 Minuten zu spät. Unsere Stimmung am Boden erlebten wir fast das nächste Desaster als wir von einem Schalter zum nächsten geschickt wurden und kein „English spoken“ Schalter da war. Zum Glück kann man in China wenn man seine Reisepassnummer auf seinen Tickets hat die verpassten Tickets  einfach gegen neue gültige Tickets für den nächstmöglichen Zug eintauschen KOSTENLOS. Also ging unser nächster Zug um 20.30 Uhr aber wir waren trotzdem zufrieden. Fazit ein superschönes Wochenende für ca. 50€. Tipp für andere. Hangzhou unter der Woche besuchen und extreme Staus mit ein berechnen.