Der ursprüngliche Plan war eigentlich Putuo Shan. Eine der 4 heiligen Pilgerstätten des Buddhismus. Aber da wir alle schon genug Tempel und Klöster gesehen haben suchten wir uns ein anderes Ziel heraus. Shengsi, eine kleine Insel in der Nähe von Shanghai. Diese hat mir ein Geschäftskollege empfohlen. Dort seien nicht so viele Touristen und die Strände dort seien trotzdem schön. Außerdem sei es billiger als Putuo Shan weil es einfach unbekannt ist. Und Das witzige ist dass man bei Putuo Shan schon 200 RMB eintritt auf die Insel bezahlen muss um überhaupt drauf zu kommen und dann wieder in jedes Kloster extra. Das war es uns nicht wert.
Wir entschieden uns ein langes Wochenende daraus zu machen und den Freitag auch noch mitzunehmen. Das bedeutete dass wir am Mittwoch an die Busstation an der Nanpu Bridge gehen mussten um dort ein Kombi-Ticket für Bus und Fähre zu erhalten.
Die Tickets kann man nur 2 Tage im Voraus kaufen und auch nicht reservieren. Da die Öffnungszeiten nicht für den arbeitenden Bürger sind (6 Uhr bis 16.30 Uhr) mussten wir uns Mittwochmorgen aus dem Bett quälen und dort den Krieg um die Tickets auf uns nehmen. Hier gab es wirklich fast Schlägereien und es erinnerte einen ein bisschen an die Kämpfe um die Zugtickets an der Golden Week oder Chinese New Year.
Doch Schlussendlich konnten wir uns 4 Tickets ergattern. Leider nicht um 7:45Uhr wie ursprünglich geplant, aber 08:50 ist auch noch früh genug. Es sollte ja Urlaub sein.
Am Freitagmorgen ging es dann los. Ich sagte zu allen 08:20uhr um rechtzeitig dort zu sein. Wir haben uns dann alle zufällig gleich in der Metrostation getroffen und sind gemeinsam zur bus Station gelaufen. Beim Kauf von Frühstück und beim Geld abheben hat dann ein Blick auf das Ticket verraten dass es doch schon um 08:30uhr los geht. Also mussten wir einen kurzen Zwischenspurt einlegen um pünktlich da zu sein. Glücklicherweise hatte der Bus 15 Minuten Verspätung was sonst eigentlich in China nie passiert.
Also aufgesattelt und mit dem Bus Richtung Hafen gefahren.
Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde bis ans Meer. Dort wartete schon ein Hochseekatamaran auf uns. Zur Unterhaltung flimmerte auf den Monitoren Mr. Bean und versüßte uns somit die einstündige Fahrt.
Am Hafen wollten wir erst mal unser Rückfahrticket kaufen. Doch leider war dies hier erst einen Tag im Voraus möglich was bedeutete dass wir am nächsten Tag nochmal den Stress hatten um uns darum zu kümmern.
Also ging es mit dem Taxi, die hier auf der Insel wieder ausschließlich nach Festpreisen fahren, Richtung Strand.
Dort suchten wir uns auch ein Hotel. Was sich dann doch schwieriger herausstellte als erwartet. So buchten wir für Freitag auf Samstag ein sehr günstiges und für Samstag Sonntag gab es anscheinend auf der ganzen Insel keine Zimmer mehr so mussten wir dort ein teureres für die Nacht nehmen. Aber dies lag zum Glück direkt auf der anderen Straßenseite so war das umziehen auch gar kein Problem.
Nachdem der Hotelstress geklärt war ging es Mittagessen.
Wir aßen einen wunderbaren Fisch und frische Calamaris dazu. Köstlich.
dann ging es zum Strand wo wir unseren kleinen Schock erlebten. Die wollten dort tatsächlich 40rmb Eintritt pro Person. Nur für ein Stück Strand.
Dies war es uns nicht Wert und so suchten wir uns einen Weg nebenan zum Strand was auch wunderbar funktionierte. Die Arbeiter dort haben uns sogar den weg erklärt.
Also uns am Strand ausgebreitet und relaxed. Keine 5 Minuten später standen die Securitys da und meinten wir hatten nicht bezahlt. Natürlich konnte keiner englisch und so mussten sie erst eine auftreiben die etwas englisch konnte. Wir erklärten dass wir unsere Tickets in einen Müll geschmissen hatten. Aber mit dieser Story kamen wir irgendwann nicht weiter weil sie wollten den genauen Mülleimer wissen den sie dann auch durchwühlt hätten. Also gaben wir auf und bezahlten :( Was sich allerdings als Fehler rausstellte. Als wir ins Wasser wollten hieß es man dürfte nur in den abgezäunten Bereich. Dort standen die Menschen schon wie gekochte Dumplings. Also haben wir uns in den abgezäunten Bereich begeben und wollten eine Runde schwimmen.
Doch auch hier wurden wir gestoppt und sie haben angedeutet dass man nur bis zum Hals ins Wasser darf und nicht tiefer.
Wir also total angepisst wieder aus dem Wasser raus und auf unseren Handtüchern geschmollt.
Wir haben dann noch einen Franzosen dort getroffen und er fand es total super an dem Strand... Die Spinnen die Franzosen...
Gegen 6 Uhr wurde der Strand dann komplett geräumt und alle mussten raus aus dem Wasser.
Wir blieben noch etwas und genossen die Ruhe ohne Menschen.
Abends beschlossen wir nach einer Dusche zum Essen in die Stadt hinein zu fahren.
Dort war schnell die dortige Food Street gefunden und auch das passende Restaurant.
Bei allen Restaurants dort ist es so dass man entweder die noch lebenden Fische aus dem Aquarium auswählt oder den frischen Fisch der auf dem Eis liegt.
Also suchten wir uns ein tolles Exemplar aus und dazu noch Shrimps.
Es war toll draußen zu sitzen und dort zu essen. Es war nicht zu warm und nicht zu kalt. Durch die frische Meerluft kam immer eine seichte Brise zu einem und kühlte etwas.
Fühlte sich einfach nach Urlaub an :)
Danach ging es noch an den Hafen wo einfach Stühle und Zelte standen und für wenig Geld trinken serviert wurde.
Nach 2 Bier war es das dann aber auch und wir nahmen schnell ein Taxi heim.
Lustig war noch als wir an einen Stein pinkelten wie viele Frösche um uns rum hüpften. Und da sagen die Leute daheim immer hier wird alles gegessen.
Am nächsten Morgen standen wir um acht Uhr auf und wechselten dann gemütlich das Hotel. Nun ging es nur noch um unsere Tickets zurück. Hier bot uns unser neues Hotel an dass wir Von ihnen die Tickets kaufen. Doch leider legte das Schiff dort schon um 12 Uhr ab weshalb wir dankend ablehnten und mit dem Taxi zum Ticketschalter in der Stadt fuhren. Und siehe da, es gab noch Tickets für das letzte Schiff um 17Uhr. Dann noch schnell gefrühstückt und dann ab an den Südstrand nachdem Debakel tags zuvor.
Am Südstrand suchten wir dann gleich einen weg außen herum um nicht weiter am Ticketschalter aufzufallen. Also durch die Wildnis gekämpft und dann einen perfekten leeren Strand vorgefunden. Also hieß es erstmal ab ins Wasser und Wellen springen. Dies machte unglaublich viel Spaß und so tobten wir uns wie kleine Kinder im Wasser aus. Wir beschlossen gegen Abend noch einen Berg zu besteigen und dort den Sonnenuntergang anzusehen. Deshalb gingen wir vom Strand schon wieder gegen 16 Uhr ins Hotel um noch kurz den Sand wegzuspülen und dann ging es auf eine Wandertour.
Leider war die Sonne irgendwie hinter den Wolken verschwunden und deswegen war der Sonnenuntergang gestorben. Aber wir hatten trotzdem Spaß und schossen viele viele tolle Bilder. Am Ende unserer Tour kamen wir mit hungrigen Mäulern wieder in der Stadt an.
Zum Essen suchten wir uns diesmal 2 Fische raus, einen großen und einen kleinen.
Aber irgendwie war es in unserem ganzen Urlaub das teuerste Essen aber das was am wenigsten schmeckte.
Anschließend ging es wieder an den Hafen für ein Feierabend Bier. Hier sah man draußen auf dem Meer schon ein Gewitter toben. Wir hofften einfach dass es vorbei zieht und das schöne Wetter bleibt.
Leider regnete es die ganze Nacht durch weshalb wir den nächsten Tag wieder für einen Wandertag erklärten. Der andere Grund war leider auch unser roter Rücken auf dem wir uns einen deftigen Sonnenbrand eingefangen haben.
Da wir lang geschlafen haben hieß es Frühstück finden. Dies ist in so einem kleinen Ort um halb 11 ziemlich schwer, dort bereitet sich jeder auf das Mittagessen vor und verkauft kein Frühstück mehr, da sie daran weniger verdienen. Also haben wir Mittag gegessen. Wir waren in dem Restaurant wo wir als allererstes waren und wo wir den besten Fisch aßen und auch den freundlichsten Service genossen.
Nach dem auswählen der Fische entschieden wir uns vor der Abfahrt nochmal zu kommen und den dort liegenden Hammerhai zu verspeisen der dort lag.
Aber erst mal ging es los auf den Berg. Angeschrieben war er mit ungefähr 4km was auch ungefähr hinkommt. Der Weg bis dahin war eine perfekte neue Straße wonach sich Rennradfahrer die Hände lecken wurden. Doch leider waren wir zu Fuß unterwegs. Doch so konnten wir die ganzen wunderschönen Ausblicke genießen.
Kurz vor dem Gipfel gab es natürlich das Kassenhäuschen an dem man für den Gipfel bezahlen musste. Hier kamen auch ganze Busladungen von Reisegruppen an und wollten natürlich auch Fotos mit uns machen.
Oben angekommen gab es dort Festungen und eine wunderschöne Aussicht auf die Insel.
Dort verbrachten wir etwas Zeit bevor wir uns wieder auf den Weg abwärts machten.
Dort wartete auf uns ein kulinarisches Highlight ein Hammerhai und ein kleiner Rochen.
Wir suchten uns 2 schöne Exemplare raus und warteten dann bis sie serviert wurden.
Als wir den Hammerhai probierten schauten wir uns alle an und waren den Tränen nahe. Das Fleisch war das Beste das ich jemals gegessen habe. Einfach nur zart und ohne Knochen. Nur die Wirbelsäule in der Mitte welche aber keine Spitzen hatte sondern Super weich war zum abschlecken.
Auch der Rochen war sehr gut und auch Super zum essen, aber an den Hai kam er leider nicht ran.
Nach diesem Gaumenschmauß ging es dann mit dem Taxi zur Fähre und wir mussten die Insel leider schon wieder verlassen...
Die Rückfahrt ging viel schneller, da das Boot auch ordentlich Gas gab und auch diesmal an der Donghai Insel anlegte. Daraufhin ging es mit dem Bus zurück und ein wunderschönes Wochenende endete.
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